Segelfliegen ist ein Männerhobby, oder?

Immer wieder fragen mich Leute ungläubig: „Aber wie kommst DU eigentlich zum Segelfliegen?“ Unterschwellig lassen sie dabei zwei Dinge durchklingen, die mich doch öfter mal zum Nachdenken gebracht haben:

  1. Segelfliegen ist eigentlich etwas für Männer.
  2. Du siehst nicht so aus als könntest du das.

Es stimmt… beides irgendwie. Ich bin 1,60 m groß, wiege 50 kg und muss mich wirklich anstrengen, um im Segelflugzeug an alle für mein Überleben relevanten Hebel, Schalter, Knöpfe, Rädchen etc. zu kommen. Hört man den Funksprüchen auf deutschen Flugplätzen zu, hört man auch nur sehr selten mal eine weibliche Stimme.

Aber wie komme ich denn jetzt zum Segelfliegen?! Ich bin mir nicht so sicher, ob man diese Frage überhaupt beantworten sollte. Wird jemals jemand gefragt: „Aber wie kommst du eigentlich zum Volleyball/Fußball/Stricken/Töpfern/Yoga/Nichtstun?“? Wieso braucht man einen Grund, um das tollste Hobby der Welt zu betreiben? Es ist doch offensichtlich: Fliegen ist das Schönste auf der Welt! So bin ich dazu gekommen. Punkt.

Viel legitimer ist die Frage: „Wieso fliegst du immer noch, obwohl du doch genau weißt, dass es ein Männerhobby ist und so ein Segelflugzeug ergonomisch nicht wirklich auf dich zugeschnitten ist?“  

Es gibt tatsächlich imaginäre und reale Hindernisse und Stolpersteine beim Frauensegelflug, die man sich teilweise auch selbst in den Weg legt. Allen voran gibt es einfach kaum weibliche Vorbilder. Es gibt niemanden, der einem zeigt oder vormacht, wie man im Flugzeug pinkelt, was man auf dem Flugplatz anziehen sollte und wie man Männerwitze zu interpretieren hat. Auf diversen Blogs finden sich Selbsthilfegruppen von „Flieger-Frauen“, d.h. Frauen, deren Partner Segelflieger sind. Andere Blogs sehen das Segelfliegen für Frauen als Chance für die Partnersuche und mir stellen sich schon beim Schreiben dieses Satzes sämtliche Nackenhaare auf.

Die Antwort auf die Frage, warum ich das Fliegen so liebe und immer noch nicht aufgegeben habe, ist also gar nicht mal so einfach. Aber ich möchte sie in meinem Blog/Homepage-Mix beantworten und habe daher in mühseligen Parameterstudien sowohl Männerwitze als auch diverse andere Stolpersteine empirisch untersucht. Die ganze Seite soll sich primär an Mädchen und Frauen richten, die sich für das Segelfliegen interessieren. Auf den einzelnen Menü-Seiten werde ich immer wieder kleine Anleitungen und Interessante Erfahrungen veröffentlichen, während ich mich im Blog mit für mich aktuellen Themen befasse. Natürlich dürfen und sollen Männer auch mitlesen 😉 Ich freue mich auch immer über Anregungen und Tipps.

Außenlandung – der noch härtere Sport als Segelfliegen

Oje oje… wenn man sich die Bilder anschaut, denkt man, ich hätte nichts gelernt. Jeder Segelflieger würde sagen „braun vor grün!“. Warum lande ich also (nach meiner spektakulären Rhabarberlandung) diesmal in einem Weizenfeld (*Gerste!)?

Ganz einfach: Das bin ich gar nicht. Ich bin in dem braunen Kartoffelfeld daneben gelandet. Da lag allerdings ein dickes, rostiges Metallrohr (gleiche Farbe wie das Kartoffelfeld), welches dem Astir CS beim Ausrollen die Fahrwerksklappen gebrochen, das Flugzeug wieder in die Luft geschleudert und einige Meter nebendran ins Weizenfeld (*Gerste) versetzt hat.

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Astir CS im Gerstenfeld

Aber mal alles ganz von Anfang an:

Es war ein extrem vielversprechender Tag am 16. Juni 2017. Mein Freund Frank wollte 1000 km fliegen und ich ungefähr ein Zehntel davon. Außengelandet bin ich vor dem letzten Wendepunkt ungefähr an der schwarzen Markierung.

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Anfängeraufgabe und Außenlandemarkierung

Am Anfang lief alles bestens! Der Westwind war zwar stark, machte mir aber in der Nähe des Flugplatzes noch keine großen Sorgen. Ich zentrierte die Thermik als hätte ich mein ganzes Leben dafür geübt und stieg in wenigen Minuten auf 1500 m GND. Nach einer Strecke von 86 km machte mir die Abschirmung aber Sorgen und ich wollte Schweighofen ganz weglassen und nur noch den nächsten Flugplatz anfliegen. XCSoar meinte auch, dass die Höhe reichen würde, aber ich sank als würde ich eine Gefriertruhe mit zwei Stummelflügeln fliegen. Was war denn da eigentlich los?! Schon die ganze Zeit!

Und dann traf mich der Geistesblitz und ich ärgerte mich schwarz: DAS FAHRWERK WAR DRAUSSEN! Schon die ganze Zeit! Ich stieg super, aber statt vorwärts zu fliegen, schwebte ich quasi in der Luft und sank einfach. Hätte nie gedacht, dass es so viel ausmacht. Der Gegenwind hat mir dann den Rest gegeben. Als ich nur noch 200 m GND hatte, musste ich mir eingestehen, dass kein Weg an einer Außenlandung vorbeiführt.

Um mal wieder meinen Artikel zum Thema „Segelfliegen ist Sport“ aufzugreifen: Außenlandungen sind noch härterer Sport. Mein Puls stieg und ich befand mich laut Fitness-Tracker die halbe Landung über im Kardio-Modus. Ich glaube, dass diese Körperreaktion überlebensnotwendig in solchen Situationen ist. Mein Puls war so hoch, dass ich in jedem Moment schnell und exakt reagieren konnte. Aber das Herz schlägt nicht zu schnell, sodass ich ohnmächtig oder wahnsinnig werde. Den Rest des Tages verbrachte ich dann vor lauter Aufregung weiterhin im Fettverbrennungsmodus.

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Fitbit Pulsaufzeichnung während der Außenlandung

Allerdings würde ich Außenlandungen nicht gerade als Sportart empfehlen. Es kann immer mal etwas schiefgehen, denn aus der Luft sind viele Hindernisse nicht erkennbar. Beispielsweise ein rostiges, getarntes Metallrohr. Spaß hat es auch nicht gemacht.

Außer vielleicht das Fotoshooting mit den drei Polizisten aus Germersheim, die unbedingt Fotos für Twitter machen wollten und jetzt alles übers Segelfliegen wissen. 😊

Polizei_Twitter

 

Meldung im Presseportal:
http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117686/3662028

Kullerfrau beim Hahnweidewettbewerb 2017

Der Hahnweidewettbewerb findet jährlich auf dem Flugplatz Hahnweide bei Kirchheim unter Teck statt. Für mich war es eine tolle Erfahrung, als Anfängerin passiv an so einem Wettbewerb teilzunehmen. Ich habe viel gelernt, vor allem wie so ein Wettbewerb abläuft. Im Grid kann man sich ganz tolle Flugzeuge anschauen, die zusammen Millionen von Euro kosten. In der 18-m-Klasse dominieren einige Flugzeugtypen das Bild: ASG 29 von Schleicher und der Ventus 3 von Schempp-Hirth. Ich habe meinen Freund Frank mit seiner LS 10 begleitet und war damit eine „Kullerfrau“.

 

Vor ungefähr einem Jahr bei der Qualifikation für die deutschen Meisterschaften in Lachen-Speyerdorf (EDRL) traf ich das erste Mal auf eine Kullerfrau. Ich war dort zu Besuch, weil das mein Heimatflugplatz ist und weil ich meinen Freund Frank besuchen wollte, welcher zum Bodenpersonal gehörte. Die Kullerfrau erklärte mir ungefragt, laut und langsam sprechend (wie für geistig beeinträchtigte Menschen), was überhaupt ein Kuller ist und warum man sie Kullerfrau nennen würde. Ich habe sie irgendwie entgeistert und ein bisschen belustigt angeschaut und versucht, ihre Gedankengänge nachzuverfolgen: „Aha, hier läuft eine Frau auf einem Flugplatz rum. Die hat sicherlich keinerlei Ahnung von nichts. Der muss ich jetzt mal meine (un)wichtige Rolle hier erklären.“

Als ich mich etwas länger mit ihr unterhielt, musste ich zwangsläufig an einen Text aus einem alten Streckenflug-Lehrbuch denken:

Bild1

Es wird noch besser:

Bild2

Ich kann gar nicht sagen, auf wie vielen Ebenen mich dieser Text verstört. Ich bin doch nicht die Dienstleisterin meines Freundes. Und eigentlich bin ich sehr froh, dass noch andere Frauen auf dem Hahnweidewettbewerb anwesend waren. Was will mir der Autor hier eigentlich unterstellen?! Tut mir wirklich leid für ihn, dass er so ein Frauenbild hat. Nachdem ich jetzt selbst Rückholerin auf einem Segelflugwettbewerb war, bin ich froh, dass ich eine bessere Antwort auf die Frage nach dem idealen Team eines Wettbewerbpiloten (oder einer Pilotin) gefunden habe:

Lieber Autor dieses Buches, liebe Kullerfrauen,

als Rückholer/in auf einem Segelflugwettbewerb ist man erst einmal ein vollständiges Crew-Mitglied. Es ist wichtig für die Motivation aller Beteiligten, dass die Crew vollständig in das Wettbewerbsgeschehen eingebunden wird. Dazu gehört, dass der/die Rückholer/in an der täglichen Flugvorbereitung, an den Briefings und an der Nachbereitung teilnimmt. Die neueste Technik ermöglicht es uns oftmals, den/die Piloten/in live zu tracken und mitzufiebern. Eine entspannte Atmosphäre im Team kann nicht allein durch die Geschlechterfrage gelöst werden („maximal eine Frau, sonst kommt es zum Zickenkrieg?“). Sogar die NASA hat herausgefunden, dass gemischte Astronautenteams aus 50 % Frauen und 50 % Männern besonders gut funktionieren. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass jedes Mannschaftsmitglied als gleichwertig angesehen und anerkannt wird. Wenn Kullerfrauen auf Dienstleistungen reduziert werden, kann es nicht funktionieren.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Interesse vieler Rückholerinnen am Fliegen geweckt werden kann, indem man sie mehr in das Wettbewerbsgeschehen einbindet, statt sie als minderwertiges Mitglied zu behandeln. Ich hatte jedenfalls eine sehr lehrreiche Woche und viel Spaß am Wettbewerbsgeschehen. Ich freue mich jetzt schon auf meine eigenen ersten Wettbewerbserfahrungen.

Im Endeffekt hat es für meinen Freund Frank leider nicht für die Top-Platzierungen gereicht. Seine Mückenputzer waren kaputt und seine Motivation hat am Ende der Flugtage dadurch etwas nachgelassen. Aber als gutes Crew-Mitglied (mit einem Verständnis der Aerodynamik) habe ich selbstverständlich jeden Tag die Flächen poliert und versucht, ihn aufzubauen. Dasselbe erwarte ich in Zukunft aber auch von ihm.

 

VDI-Nachrichten – Pilotinnen ist nichts verboten

Blog_VDI

Ist die Bezeichnung „Sport“ fürs Segelfliegen gerechtfertigt?

Die letzten Monate war es still um meinen Blog… und um mich. Sehr still. Ich habe jede Minute mit Hirntätigkeit dazu genutzt, um an meiner Dissertation zu schreiben. In den hirntoten Momenten – also beim Entspannen – musste ich mich aber ablenken. Das funktioniert für mich am besten beim Rumzappen zwischen Sixx, N24 und n-tv… Zwischen dem Hundeprofi Cesar Millan und UFO-Reportagen also.

Dabei ist mir eines früher nicht aufgefallen, was mich in den letzten Monaten aber umso mehr schockiert hat: Auf dem „Frauensender“ Sixx drehen sich gefühlt 90 % aller Werbungen ums Abnehmen. Sophia Thiel hier, Weight Watchers da und dann noch andere komische Gestalten, deren Namen in meinem Leben so unglaublich unwichtig sind. Jeder hat die beste Abnehmstrategie, jeder verspricht Erfolge ohne Hungern. Die Welt ist besessen vom Gewicht und dem Aussehen von Frauen!

Ich habe mich daraufhin gefragt, ob Segelfliegen gerechtfertigterweise als „Sport“ bezeichnet wird oder ob das so ein „Sport“ wie Schach oder Schießen wäre. Oder besser gesagt:

Kann man durchs Segelfliegen abnehmen?

Als Wissenschaftlerin wollte ich dieser Frage mal wissenschaftlicher nachgehen als Weight Watchers verspricht. Für meine Untersuchung habe ich einen Fitness-Tracker verwendet, der meine Herzfrequenz, meine Schrittanzahl, meine zurückgelegte Strecke und die verbrauchten Kilokalorien am Tag misst. Ich habe einen Tag am Flugplatz mit einem 45-minütigen Lauf sowie einem normalen Bürotag verglichen, an dem ich keinen Sport gemacht habe. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht.

Ich habe beispielsweise an nur einem Flugplatz-Sonntag mehr Schritte zurückgelegt als an einem Tag mit 45-minütigem Lauf! Und vor allem habe ich mehr als doppelt so viele Schritte zurückgelegt als an einem langweiligen Bürotag.

Schritte

Auch die zurückgelegte Distanz lässt sich sehen: mehr als doppelt so viele Kilometer habe ich an einem Flugtag zurückgelegt, verglichen mit einem Bürotag. Ein Tag auf dem Flugplatz entspricht also fast einem Abend richtig laufen.

Distanz

Aber die verbrauchte Energie am Tag hat mich am meisten überzeugt. Ich habe fast 500 kcal mehr verbraucht als an einem normalen Werktag! Das sind um die 200 Gramm Pizza, die man sich ohne schlechtes Gewissen abends noch reinziehen und genießen kann.

kcal

Das Ergebnis ist eindeutig:

Segelflugsport ist SPORT!

Vielleicht sollte Sixx da mal eine Werbung machen…?!


Kurze Entschärfung, bevor ich das veröffentliche: Das ist natürlich keine wissenschaftliche Studie! Ich war mein eigenes und vor allem mein einziges Versuchskaninchen und habe nur je einen Tag verglichen. Sicherlich würden die Ergebnisse bei anderen Menschen und an anderen Tagen anders aussehen.

Und nein, ich unterstütze keinen Magerwahn! Ich gehöre aber auch nicht der Fraktion an, die Models die Schuld in die Schuhe schieben möchte. Generell haben wir ein gesellschaftliches Problem. Wir reduzieren Frauen zu häufig auf ihr Aussehen, was zu ungesunden Diäten führt, statt zu Spaß auf deutschen Flugplätzen. Schade eigentlich…

Ist die Förderung von Frauen männerfeindlich?

Auf der Suche nach Ideen für meinen Blog in der langen Winterpause bin ich letztens auf einen Feminismus-kritischen (meiner Meinung nach frauenfeindlichen) Blog gestoßen. Dort wird geschrieben, dass Feminismus die Botschaft vermittele, Männer seien böse. Feministinnen hätten durchweg ein negatives Männerbild aufgrund unbefriedigter sexueller Bedürfnisse und es gäbe ja keine Probleme mehr, da wir inzwischen gleichberechtigt sind. Deswegen würden die heutigen Feministinnen männerfeindlich agieren und es gäbe inzwischen eine Reihe von Gesetzen, die Frauen bevorzugen. Dazu zähle die Förderung von Frauen.

Angeblich ist der Blog von einer Frau geschrieben und ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, ob ich vielleicht eine falsche, egoistische Sichtweise entwickelt habe und Frauenförderung (auch im Luftsport) vielleicht wirklich männerfeindlich ist? Meine Schlussfolgerung nach etlichen Pro-/Kontra-Gedanken und Erinnerungen an meine Studienzeit: Nein! Frauenförderung ist nicht männerfeindlich! Vielmehr ist Antifeminismus frauenfeindlich. Und obwohl ich das denke, habe ich durchweg ein positives Männerbild. Wäre auch schlimm, wenn das nicht so wäre, schließlich bin ich momentan die einzige Frau auf der Arbeit. Normal fällt mir das gar nicht auf.

Dazu aber ein kleines Gedankenspiel: Vor dem Gesetz sind Frauen und Männer gleichberechtigt! Laut diesem antifeministischen Blog gibt es daher in diesem Bereich keine Probleme mehr in Deutschland! Wenn also Mord verboten ist, gibt es auch keine Morde mehr in Deutschland?

Leider ändert das Gesetz nicht unsere Denkweise! In den Köpfen vieler Menschen sind Frauen wirklich weniger wert als Männer! Dieser Gedanke dringt sogar bis ins europäische Parlament!!!

Man kann sagen, dass dieser Mann selten dämlich ist und eine Ausnahme in dem Parlament. Selten dämlich ist er allerdings nur, weil er seine Meinung so öffentlich preisgibt. In vielen Männern schlummert diese Frauenfeindlichkeit versteckt, aber sie sind schlau genug, ihre Meinung nicht öffentlich zu vertreten. Vielmehr diskriminieren sie Frauen in ihrem möglichen rechtlichen Rahmen versteckt.

Hier ein Beispiel von meiner Facebook-Pinnwand. Ich habe mich unendlich gefreut, dass es sechs Frauen in Deutschland gibt, die theoretisch fähig sind, Astronautinnen zu werden und meine Freude habe ich durch einen Post ausgedrückt:

2017-03-05

Herr U.S., ein Segelflugpilot, den ich persönlich kenne, hat bei Frauen und Raumfahrt direkt die Assoziation mit Flugbegleiterinnen. Nun, diese sechs Frauen sind hochqualifiziert, einige von ihnen promovierte Ingenieurinnen. Aber auch der Beruf der Flugbegleiterin scheint in seinem Kopf etwas „Minderwertiges“ zu sein, warum eigentlich?! Nachdem ich erst dachte, das wäre ein Scherz, hat er allerdings gar nicht mehr aufhören können, mir meine Freude über die erste deutsche Astronautin zu rauben. Übrigens… wenn man den Link anklickt, sind die Füße der Damen nicht mehr abgeschnitten. Sind sie jetzt fähigere Astronauten in seinem Kopf?  Herr U.S. fliegt in einem Verein, der unter dem Austritt einiger Frauen leidet… Wundert mich eigentlich nicht. Da hätte ich auch keine Lust zu fliegen.

Es wird noch einige Generationen dauern, bis Frauen in unserer Gesellschaft nicht mehr als etwas Minderwertiges betrachtet werden. Bis dahin brauchen wir Frauenquoten, Frauenförderung und Frauenstipendien. (Über Frauenparkplätze kann man streiten… ich nutze sie nicht.) Und wir brauchen eine aktive Frauenförderung und Frauenbeauftragte im Flugsport, vor allem um junge Mädchen vor solchen Männern zu beschützen und ihnen die gleiche Förderung wie den Jungs zukommen zu lassen.

Geben manche Väter ihren Töchtern diese Botschaft weiter? Kein Wunder, dass Mädchen denken, Jungs seien schlauer!

http://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/jungs-maedchen-intelligenz-100.html

Einen sehr schönen Artikel, der zeigt, dass heutiger Frauenhass ein reales Phänomen ist, findet ihr hier:

http://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/dny/Frauenhass-aus-der-Tastatur/story/13863292

 

Make Segelfliegen great again!

Kennt ihr sie auch? Die Trumps der Flugplätze? Diejenigen, die mit ihrem Geschrei das Segelfliegen, den Flugplatz, die Flugzeuge und sogar das Wetter „great again“ machen möchten?

Torsten Beyer hat es in seinem Blog richtig formuliert: „Düsternis überall“ und „Immer weniger Segelflieger“. Neben der Tatsache, dass die Anzahl der Segelflieger in Deutschland sinkend ist, gibt es zudem immer mehr Bürokratie. (Keine alternativen, sondern richtige Fakten!)

Und es ist im Segelflug eigentlich wie in der Politik: In schwierigen Zeiten können besonders narzisstische Persönlichkeiten ganz besonders in Vereinen hervorstechen. Sie stehen dann am Start und kommentieren jeden falschen Schritt eines jeden Neulings und Flugschülers und auch der älteren Kollegen, die eigentlich nichts falsch gemacht haben. Da wird falsch Leppo gefahren, hier wird falsch Startkladde geschrieben, dort werden falsche Rechnungen geschrieben und sowieso macht nie jemand jemals etwas richtig. Selbst fliegen sie eigentlich selten, diese Trumps. They’re not even real pilots! Fake pilots! 

Meine Meinung: Total desaster! It’s true!

Die Pilotrumps vergessen dabei eins: Segelfliegen ist ein Hobby! Zumindest für die meisten von uns. Hobbys sind dazu da, um Spaß zu haben, so als Ausgleich zum Berufsleben. Ich möchte mich an meinen Wochenenden entspannen und mich nicht ärgern, dass mich wieder ein Despot anschreit, ich solle doch mein Auto einen Millimeter weiter links parken, damit er besser ins Gebüsch urinieren kann.

Nun kann man auch niemanden aus dem Verein ausschließen, nur weil er unsympathisch ist oder sich mal daneben benimmt. Schließlich profitieren wir alle von unserer Vereinsdemokratie. Was man aber machen kann: Grab them by the Steuerknüppel! Meiner Meinung nach können viele wichtige Ämter in Vereinen wegrationalisiert werden. Wir handhaben es beispielsweise so: Es gibt eine größere Anzahl an vertrauenswürdigen Personen, die im Vereinsflieger Admin-Rechte haben. Sowieso sollte alles digitalisiert werden, um sich das Leben einfacher zu machen. Darüber hinaus sollte jeder Zugriff auf die digitale Startkladde und sonstige Informationen zu unserem Verein haben – die persönlichen Daten natürlich ausgeschlossen. Damit werden nicht nur vermeintlich wichtige Ämter wegrationalisiert, sondern auch Wichtigtuer, die der festen Überzeugung sind, der Verein würde ohne sie ins Verderben rutschen. Viele Unternehmen haben inzwischen auch erkannt, dass die strikten hierarchischen Strukturen nicht produktiver sind als die Verantwortung auf viele zu übertragen. Wie seht ihr das?

Ansonsten ein paar (alternative) Fakten zum Schluss:dj

frauensegelflug.blog is the best Blog ever – you’ll love it! It’s great! It’s true!

Folge meinen Blogbeiträgen, denn bei mir ist Segelfliegen first!

Best of soaring 2016 – Bilder aus dem vergangenen Jahr

Tolle Bilder und Eindrücke von Chris Hiller aus der Luft. Ich freue mich schon auf die von 2017!

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Am Ende des Jahres ist es immer an der Zeit, die geschossenen Fotos aus der Vergangenen Saison noch einmal durch zu gehen, um die schönsten Bilder erneut zu überarbeiten und dann zusammen zu fassen. Veröffentlicht habe ich sie in der Vergangenheit immer auf Facebook. Dieses Jahr werden die schönsten Bilder jedoch auch hier veröffentlicht. Viel Freude beim Anschauen:

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43. Hexentreffen in Kaub am Rhein

Kaub am Rhein gehört der Verbandsgemeinde Loreley an. Ein sehr passender Ort für ein Hexentreffen, finde ich. Schließlich hat die Loreley, die eine Zauberin oder Nixe ist, mit ihrem blonden Haar so manche Seefahrer verhext und so manche Schiffe zum Kentern gebracht. Ich frage mich, ob auch schon Segelflugpiloten von ihr abgelenkt wurden…

Ich fand den Ort anfangs auch sehr praktisch, da meine Mutter fast genau gegenüber in Oberwesel wohnt. Als langjährige Mosel-Bewohnerin dachte ich, es gäbe auch am Rhein alle 5 Meter eine Brücke über den Fluss und ich könnte nachts nach der Weinprobe sicherlich nach Hause laufen. Naja… als ich ankam, wurde ich von der Realität eingeholt. Zwischen Mainz und Koblenz gab es keine einzige Brücke und Kaub war unerreichbar für mich von der falschen Seite…. Es war zwar eisig kalt, aber nicht so sehr, dass der Rhein zugefroren war. Ich musste auf den nächsten Tag und auf die Fähre warten und verpasste leider die Weinprobe.  😦

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Kaub – irgendwie auf der falschen Seite des Rheins. Ja, das war ein bisschen blöd 🙂

Das diesjährige Hexentreffen verpasste ich nicht. Es war das 43. (!!) Treffen von Segelflugpilotinnen (mein erstes Treffen!) und hatte eine rekordverdächtige Anzahl an Teilnehmerinnen von über 120! Dass es überhaupt so viele Pilotinnen in Deutschland gibt, freut mich sehr. Sabine Theis, Segelfliegerin, Mutter, Vorsitzende des Bundesausschusses für Frauen und Familien im DAeC und Frauenbeauftragte des Rheinlandpfälzischen Luftsportverbandes hat sich im Auftakt mit dem Wort „Hexe“ beschäftigt und mit dem Grund, warum unsere Segelfliegerinnen-Treffen als Hexentreffen bezeichnet werden. Sie sagt: „Hexen waren im Mittelalter Frauen, teilweise auch Männer, mit ungewöhnlichen Ansichten und fremdartigem Verhalten, schlecht angesehen, von Männern oder der Kirche verfolgt, gefoltert, verbrannt. Hässliche Gestalten mit Runzeln und Warzen, zwielichtig, mit dem Teufel im Bunde, flogen sie durch die Lüfte und verzauberten rechtschaffene Bürger.“

Nicht sonderlich schmeichelhaft für uns Segelfliegerinnen. Ein Auszug aus der Beschreibung der Geschlechterrolle der Frau aus Wikipedia bringt allerdings etwas mehr Klarheit: Die Frau wird als „abhängig, subjektiv, passiv, nicht wettbewerbsorientert, nicht abenteuerlustig, nicht selbstbewusst, nicht ehrgeizig, des Weiteren als taktvoll, friedlich und gefühlsbetont“ beschrieben.

Demnach müssten wir Frauen uns im Segelflug – laut der Beschreibung – in den Rollen der Kinderbetreuung, beim Verkauf von Kuchen, dem Catering und als nettes Beiwerk wiederfinden. Die Realität sieht zum Glück ganz anders aus! Wir Segelfliegerinnen entsprechen so gar nicht dem, was von uns erwartet wird und finden uns zum Glück auch nicht in den Geschlechterstereotypen wieder. Im Mittelalter wären wir sicherlich alle verbrannt worden!

Ein Vortrag auf dem Hexentreffen hat es mir besonders angetan: der Vortrag von Ingrid Blecher, der „Mutter aller Hexentreffen“ laut Sabine. Ingrid ist für mich eine Pionierin, sie hat uns Frauen allen den Weg geebnet für den Flugsport, indem sie für uns den Geschlechterkampf kämpfte. Sie hatte in ihrer ganzen Laufbahn immer wieder Probleme mit „den Älteren“ in den Vereinen, die Frauen nur hinter dem Herd kannten. Beispielsweise wollte man sie als Mädchen nicht beim Bezirksvergleichsfliegen mitlosen lassen. Den Verein durfte sie damals auch nur wechseln, weil sie bereits verheiratet war und daher keine Gefahr für die anderen Segelflieger darstellte. Nachdem sie sich freigeflogen hatte, traute man sich nicht, ihr den Hintern zu versohlen, sondern schmierte ihr Gesicht mit Schuhcreme ein u.s.w… Ihre vollständige Rede mit vielen historischen Daten und einigen Bildern findet ihr hier.

Übersicht über die Vorträge:

  • Ingrid Blecher, die „Mutter aller Hexentreffen“ über die Geschichte der Hexentreffen.
  • Carolin Rothhard über das Segelfliegen in der Elternzeit.
  • Ein sehr schöner Vortrag von 7 Mainzerinnen, die mit 3 Flugzeugen in den Norden an die Küste flogen und mit 2 Flugzeugen zurückkamen.
  • Monika Herr – Boeing 747-Kapitänin bei der Lufthansa mit großen Herausforderungen und Umwegen bei der Verwirklichung ihres Traums.
  • Rekordfliegerin Margherita Acquaderni von Fly Pink Italy ist die Präsidentin des Aero Club Adele Orsi und hat über die Geschichte des Frauensegelflugs in Italien berichtet.
  • Sogar ein Mann durfte hier was sagen und zwar über das Wetter: Meteorologe Bernd Fischer – ja, die Klimaerwärmung ist real! Das hat er uns gezeigt.

Chronik aller Hexentreffen bisher