Projekt Dzaltonautin ist leider fehlgeschlagen

In den letzten Monaten habe ich viele Zuschriften bekommen… Leute haben sich Sorgen gemacht, warum ich denn meinen Blog nicht weiter pflege. Habe ich tatsächlich nach dem Schein aufgehört zu fliegen?

Nein! Das habe ich natürlich nicht. Ich habe allerdings versucht, Astronautin zu werden! Nicht irgendeine Astronautin, sondern die „erste deutsche Astronautin“! Und das war sehr zeitraubend. 408 Frauen hatten sich beworben, darunter auch ich. Aufgrund meiner Qualifikation und sicherlich auch meiner Segelflugerfahrung habe ich es immerhin unter die Top 86 geschafft. Jetzt ist mein großer Traum geplatzt und auch mein Ziel, welches ich seit einigen Jahren verfolgt habe. Woran es lag, weiß ich nicht und werde es wohl auch nicht erfahren. Ich habe während der psychologischen Tests beim DLR viel über mich, meine Leistungsfähigkeit und meine Frustrationstoleranz erfahren. Ich hatte viele Pressetermine, habe Dr. Thomas Reiter (ISS- und Mir-Astronaut) bei einem Bildungsgespräch getroffen und habe unglaublich viele Erfahrungen und tolle Eindrücke sammeln können.

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Bildungsgespräch mit dem ISS-Astronauten Dr. Thomas Reiter (2. v.r.) an der TU Kaiserslautern

Mit diesem Rückschlag werde ich genauso umgehen wie mit allen anderen. Z. B. meiner Außenlandung während meines ersten 50-km-Fluges: Ich habe meine Lektion gelernt und versuche, in meinem nächsten Projekt besser zu werden.

Aber was hat das Ganze jetzt mit dem Segelfliegen zu tun?

Ich versuche es mal so auszudrücken: Der Wunsch, die erste deutsche Astronautin zu werden, hängt zu einem Großteil mit meiner Motivation zusammen, mehr Frauen und junge Mädchen für Technik und MINT-Berufe zu begeistern. Oder für tolle Hobbies wie das Fliegen. Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Welt anders …BESSER… aussehen würde, wenn es keine Trennung zwischen „Frauenberufen“ und „Männerberufen“ gäbe. Es wäre schön, wenn ich nicht jede Woche 3 Emails für Herrn Dipl.-Ing. Jovana Dzalto bekommen würde, nur weil ein Ingenieur in den Köpfen vieler Menschen ein Mann ist und eine Krankenschwester eine Frau. Unsere Welt sähe aber auch besser aus, wenn wir alle Astronauten wären und sich die Menschen die Endlichkeit unserer Ressourcen auf der Erde oder das Nichtvorhandensein von Ländergrenzen aus der Luft vor Augen führen könnten. Es wäre schön, wenn ich beides hätte vereinen können. Astronautin werde ich leider nicht mehr, aber Frauen und junge Mädchen für Technik und für das Segelfliegen begeistern kann ich immer noch. Denn für mich hängt beides irgendwie zusammen.

Und wer weiß… Vielleicht kann ich mir in einigen (vielen) Jahren dank SpaceX oder Virgin Galactic  dennoch meinen Wunsch erfüllen und ins All fliegen, sobald Raumfahrt für normale Menschen bezahlbar wird. Bis dahin konzentriere ich mich wieder auf das Segelfliegen.

Ich danke noch mal allen meinen Freunden, die mich unterstützt haben. Darunter ist der gesamte Flugsportverein Kaiserslautern! Ihr seid wirklich super. Danke auch dem Flugsportverein Neustadt, dass ihr bei den Dreharbeiten mit N24 so geduldig wart! Ich danke auch meinen vielen Kollegen vom Institut für Verbundwerkstoffe für die Hilfe bei den Dreharbeiten, die Freundschaft und das Verständnis für meinen Zeitmangel in den letzten Monaten. Meinem Freund Frank danke ich dafür, dass er immer an mich geglaubt hat und wohl die gesamte Zeit über mein größter Fan war  🙂

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