Umgang zwischen Frauen und Männern

Frauen und Männer sind unterschiedlich und schuld daran sind Hormone und Gene. Zum Glück! Sonst würde unsere Spezies nicht überleben und wir könnten das Fliegen nicht weiterführen und den nächsten Generationen vermitteln.

Auf deutschen Flugplätzen überwiegen allerdings Y-Chromosome und Testosteron so sehr, dass man als Frau meinen könnte, man hätte sich auf den falschen Planeten verirrt. Für mich war es eine ganz neue Welt, in die ich eingetaucht bin und etwas seltsam war es auch zu erfahren, dass „Schnauze!“ nicht unbedingt unhöflich gemeint ist, sondern einfach nur bedeutet: „Roll‘ das Segelflugzeug doch bitte nach vorne Richtung Nase!“
Genauso verhält es sich mit „Klappe halten!“ – Das heißt so viel wie: „Bitte halte die Störklappen ausgefahren, damit ich sie checken kann!“

Unnötige Höflichkeiten benötigen einfach viele Worte, die in manchen Situationen lebensgefährlich sein können, ganz besonders wenn es schnell gehen muss, weil man gedankenlos auf der Landebahn rumsteht. Daher werden sie weggelassen. Auch wenn es nicht gefährlich ist. Daran muss man sich gewöhnen und dafür gibt es nur ein einziges Rezept:

Gelassenheit

Ja, das ist tatsächlich mein Patentrezept, welches ich grundsätzlich immer versuche anzuwenden. Hormonell bedingt ist das vielleicht nicht in jeder Zyklusphase einfach, aber die Jungs verzeihen und vergessen kleine Bissigkeiten sehr schnell. Das Kurzzeitgedächtnis ist sicherlich die größte Zweckmäßigkeit des Y-Chromosoms… 😉

Gelassenheit ist schwer zu beschreiben, dafür benötigt man Beispiele. Mein Lieblingsbeispiel ist ein lustig gemeinter „Männerwitz“, den ein Vereinskollege mal gebracht hat: Wir haben zu zweit unabhängig voneinander etwas im Segelflugzeug geschraubt und waren uns ständig im Weg, da meinte Adrian: „Mensch, Jovana! Du bist viel zu fett, nimm endlich ab!“

  • Interpretation ohne Gelassenheit: „Was für eine Frechheit!“ :-O 
  • Interpretation mit Gelassenheit: „Er hält mich für so schlank, dass es vollkommen absurd ist, mich als ‚fett‘ zu bezeichnen. Er findet es lustig, weil es einfach nicht stimmt.“

Wenn man gelassen und ganz genau über diesen „Männerwitz“ nachdenkt, steckt da sogar ein verstecktes Kompliment drin. Er hält mich nämlich für so schlank, dass er genau weiß, dass ich das auch so lustig finden werde wie er. Also haben wir beide herzlich darüber gelacht und sind unserer Arbeit weiter nachgegangen.

Aber Männerwitzen kann man natürlich mit ein bisschen Gelassenheitsübungen (wenn nötig) gut begegnen und immer drüber lachen. Etwas schwieriger wird es, gelassen zu bleiben, wenn man als Frau eine Sonderstellung bekommen soll. Beispielsweise (nur beispielsweise – das ist mir so nicht passiert) ist das Klischee in vielen Köpfen fest eingebrannt, Frauen hätten eine viel schönere Handschrift als Männer. Da kann es natürlich schnell dazu kommen, dass man immer wieder das Bordbuch schreiben „muss“! Quasi als Vereinssekretärin. Es gibt genau drei Möglichkeiten, damit umzugehen und nur eine davon führt zum Ziel:

  • Antwort A (unsicher): „Ich kann grad nicht, mir tut die Hand so weh!“
  • Antwort B (zickig): „Warum muss ICH das immer machen!?“
  • Antwort C (gelassen selbstbewusst): „Klar, mach ich gerne diesmal. Aber ich fände es besser, wenn es in Zukunft immer derjenige macht, der das Flugzeug als letzter geflogen ist.“

Falls so eine Situation kommt, wähle ich bedacht immer Antwort C, nachdem ich kurz durchgeatmet habe. Denn in 99,9 % der Fälle meint es eigentlich niemand böse. Wie seht ihr das? Schreibt mir gerne eine Nachricht.

So viel zu den Frauen, aber ich will die Jungs hier nicht verschonen. Die können mit ihrem Verhalten schließlich auch dazu beitragen, unser Miteinander auf dem Flugplatz (und auch außerhalb) besser zu gestalten. Und hier ist mir in den letzten Jahren genau eine Sache aufgefallen, auf die wir als Frau wirklich nur sehr schwer reagieren können:

Mansplaining

Wie man erkennen kann, setzt dieses Wort sich eigentlich aus den zwei Wörtern „man“ und „explaining“ zusammen. Dieses Phänomen tritt überall auf der Welt auf, wo Männer und Frauen zusammentreffen und die Autorin Rebecca Solnit hat dazu sogar ein ganzes Buch geschrieben.

Mansplaining ist nicht nur der Akt des Erklärens, während man ein Mann ist. Das wäre natürlich zu einfach. Viele Männer erklären viele Dinge den ganzen Tag ohne dabei ein Mansplainer zu sein. Die eigentliche Definition von Mansplaining ist: Ein Mann erklärt einer Frau etwas, was sie eh schon weiß – ja sogar wissen muss! Oder er erklärt ihr, warum sie falsch liegt, obwohl sie eigentlich recht hat. Oder er erzählt ihr diverse Dinge und oftmals auch falsche Tatsachen über ein Gebiet, auf dem sie eigentlich Profi ist. 

Es gibt drei gute Hinweise, an denen du erkennen kannst, ob du ein Mansplainer bist:
(danke Karen Healey für die schöne Zusammenfassung 😉 )

  1. Du MUSST ihr erklären, warum alles, was sie sagt, falsch und/oder bescheuert ist.
  2. Du MUSST erklären, warum du kein Mansplainer bist und dann widmest du dich wieder Punkt 1 und/oder bezeichnest die Frau daraufhin als Emanze…
  3. Du ignorierst alles, was jemand sagt und beschuldigst deine Gesprächspartner in ernsthaften Erklärungen des Sexismus gegenüber DIR.

Und während ich das schreibe, meldet sich auch meine Gelassenheit schon wieder und sagt mir: Naja, wirklich viele Mansplainer gibt es ja nicht auf den Flugplätzen… Das stimmt zum Glück. Denn mir fällt in letzter Zeit wirklich auf, dass Männer es sehr schön finden würden, wenn es mehr Frauen auf Flugplätzen gäbe. Deswegen testen sie bei jedem neuen Exemplar die Humorgrenzen auch sehr vorsichtig aus (in der Hoffnung, nicht zu weit zu gehen).

Was sind eure Erfahrungen? Ich freue mich über Kommentare und Nachrichten. Auch wenn sich jemand auf den Schlips getreten fühlt. Die Seite hier ist nicht in Stein gemeißelt und kann sicherlich verbessert werden 🙂

Teambuilding auf dem Boden und in der Luft 🙂

Ein Gedanke zu “Umgang zwischen Frauen und Männern

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